Lieferantensuche & Internationaler Einkauf

Wie kann man einen ausländischen Lieferanten vor einer Bestellung überprüfen?

Aktualisiert: 2026-10-16

Kurze Antwort

Überprüfen Sie vor der Bestellung die Unternehmensregistrierung, Eigentümer, Geschäftsadresse, Referenzen, Produktnachweise und Bankverbindung des Lieferanten. Bei größeren oder risikoreichen Aufträgen empfiehlt es sich, zusätzlich Muster prüfen zu lassen, eine unabhängige Inspektion zu beauftragen und geeignete Zahlungsbedingungen zu vereinbaren.

Rechtliche Identität des Lieferanten prüfen

Fordern Sie den vollständigen rechtlichen Firmennamen, die Registrierungsnummer, die Geschäftsadresse und die Kontaktdaten des Unternehmens an. Prüfen Sie die Angaben im zuständigen Unternehmensregister oder über andere unabhängige Quellen. Stellen Sie fest, ob das Unternehmen tatsächlich in der angegebenen Branche tätig ist und ob die Kontaktperson zur Abgabe von Angeboten oder zum Abschluss von Verträgen berechtigt ist. Falls erforderlich, sollten auch Eigentümer und wirtschaftlich Berechtigte überprüft werden.

Referenzen, Zertifikate und Produkte kontrollieren

Bitten Sie um überprüfbare Kundenreferenzen, Produktmuster, technische Spezifikationen und relevante Prüfberichte. Kontrollieren Sie Zertifikate anhand der Zertifikatsnummer, des Ausstellers, des Geltungsbereichs und der Gültigkeit. Bei wichtigen Dokumenten können Sie den Aussteller direkt über unabhängig recherchierte Kontaktdaten kontaktieren. Achten Sie darauf, dass die Nachweise den tatsächlichen Hersteller, Produktionsstandort und das bestellte Produkt betreffen.

Produktionsfähigkeit und Lieferzuverlässigkeit bewerten

Fragen Sie nach Produktionskapazität, Mindestbestellmenge, üblichen Lieferzeiten, Qualitätskontrollen und Erfahrung mit Exportaufträgen. Klären Sie, ob der Anbieter selbst produziert oder Teile der Fertigung an andere Unternehmen vergibt. Bei größeren Aufträgen kann ein Werksbesuch, eine unabhängige Fabrikprüfung oder eine Inspektion vor dem Versand helfen, die Angaben zu bestätigen.

Zahlungsangaben und mögliche Warnsignale überprüfen

Vergleichen Sie den Namen des Zahlungsempfängers mit dem Vertragspartner und lassen Sie Abweichungen nachvollziehbar erklären. Bestätigen Sie Änderungen der Bankverbindung über einen bereits verifizierten Kommunikationskanal. Ungewöhnlicher Zeitdruck, stark abweichende Preise, widersprüchliche Firmendaten, nicht überprüfbare Zertifikate oder Forderungen nach Zahlungen an fremde Konten sollten zusätzliche Kontrollen auslösen. Zahlen Sie nicht allein aufgrund einer überzeugend wirkenden Website oder eines zugesandten Dokuments.

Eine risikogerechte Bestellung vorbereiten

Beginnen Sie bei einem neuen Lieferanten nach Möglichkeit mit einem Muster oder einer kleineren Testbestellung. Legen Sie Produktspezifikationen, Liefertermin, Zahlungsbedingungen, Prüfverfahren und Maßnahmen bei mangelhafter Ware schriftlich fest. Bei hohen Auftragswerten sollten Kreditprüfung, unabhängige Inspektion, Sanktionsprüfung und gegebenenfalls ein Akkreditiv erwogen werden. Welche Maßnahmen geeignet sind, hängt vom Produkt, dem Zielland und dem Umfang des Geschäfts ab.

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