Außenhandel mit China, Türkei & Drittstaaten

Wie importiert man Industrieprodukte aus China nach Deutschland?

Aktualisiert: 2026-10-14

Kurze Antwort

Für den Import von Industrieprodukten aus China nach Deutschland müssen Unternehmen den richtigen Zolltarifcode bestimmen, die Einfuhrabgaben berechnen und die erforderlichen Zoll- und Produktdokumente vorbereiten. Je nach Ware sind außerdem eine EORI-Nummer, eine Zollanmeldung sowie Prüfungen der EU-Produktsicherheits- und Konformitätsanforderungen erforderlich. Vor der Bestellung sollten sowohl die Zollkosten als auch die Voraussetzungen für die Vermarktung in der EU geprüft werden.

Produkt und Zolltarifcode bestimmen

Beschreiben Sie das Industrieprodukt genau, einschließlich Funktion, Material, technischer Eigenschaften und Verwendungszweck. Bestimmen Sie anschließend den passenden Zolltarifcode. Dieser Code beeinflusst die Ermittlung von Einfuhrzöllen, handelspolitischen Maßnahmen und bestimmten Einfuhranforderungen. Für eine konkrete Ware sollten die aktuellen Angaben in TARIC oder im EU-Handelsassistenten geprüft werden, da die Zollsätze und Maßnahmen je nach Produkt und Ursprungsland unterschiedlich sein können.

Einfuhrabgaben und Gesamtkosten kalkulieren

Berechnen Sie die voraussichtlichen Kosten aus Warenpreis, Transport, Versicherung, Zoll, Einfuhrumsatzsteuer, Zollabfertigung, Hafen- oder Terminalgebühren und Lieferung innerhalb Deutschlands. Prüfen Sie außerdem, ob für das konkrete Produkt Antidumpingzölle, Ausgleichszölle, Einfuhrbeschränkungen oder besondere Genehmigungen gelten. Vergleichen Sie Lieferantenangebote nur dann direkt, wenn die zugrunde liegenden Lieferbedingungen und enthaltenen Kosten vergleichbar sind.

Zollanmeldung und notwendige Dokumente vorbereiten

Für die gewerbliche Einfuhr werden typischerweise eine Handelsrechnung, ein geeignetes Transportdokument und gegebenenfalls eine Packliste sowie Ursprungsnachweise oder weitere produktbezogene Unterlagen benötigt. Unternehmen, die einschlägige Zollformalitäten in der EU erledigen, benötigen grundsätzlich eine EORI-Nummer. Prüfen Sie vor dem Versand, ob alle Angaben in Rechnung, Packliste, Transportdokumenten und Zollanmeldung übereinstimmen. Bei Bedarf kann ein Zollagent die Anmeldung im Auftrag des Importeurs übernehmen.

EU-Produktsicherheit und Konformität prüfen

Vor dem Verkauf oder der Inbetriebnahme in Deutschland muss geprüft werden, welche EU-Vorschriften für das Industrieprodukt gelten. Je nach Ware können beispielsweise Anforderungen an Maschinen, elektrische Geräte, elektromagnetische Verträglichkeit, Chemikalien, persönliche Schutzausrüstung oder Produktsicherheit relevant sein. Eine CE-Kennzeichnung ist nur dann erforderlich, wenn einschlägige EU-Rechtsvorschriften sie für das jeweilige Produkt verlangen. In solchen Fällen müssen die erforderlichen Konformitätsbewertungsverfahren und technischen Unterlagen vorliegen. Importeurspflichten werden unter https://single-market-economy.ec.europa.eu/single-market/goods/ce-marking/importers-and-distributors_en erläutert.

Transport, Lieferbedingungen und Warenprüfung koordinieren

Vereinbaren Sie mit dem chinesischen Lieferanten klare Lieferbedingungen nach Incoterms und bestimmen Sie, wer Transport, Versicherung, Ausfuhrformalitäten und Einfuhrabfertigung übernimmt. Prüfen Sie bei einer größeren Bestellung vor dem Versand die Produktqualität, Verpackung, Kennzeichnung und Vollständigkeit der Dokumente. Den EU-Handelsassistenten unter https://trade.ec.europa.eu/access-to-markets/en/my-trade-assistant können Sie nutzen, um produktspezifische Anforderungen für den Import aus China nach Deutschland zu recherchieren.

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