Wie lassen sich Wechselkursrisiken bei Importgeschäften reduzieren?
Aktualisiert: 2026-10-16
Kurze Antwort
Importeure können Wechselkursrisiken durch geeignete Rechnungswährungen, Devisentermingeschäfte, Währungsoptionen und eine abgestimmte Planung von Einnahmen und Ausgaben reduzieren. Entscheidend ist, die Währung und den Zeitpunkt der künftigen Zahlung zu kennen und mögliche Wechselkursveränderungen in die Kalkulation einzubeziehen. Absicherung kann Kosten planbarer machen, verursacht aber gegebenenfalls Gebühren und eigene Verpflichtungen.
Was ist ein Wechselkursrisiko beim Import?
Ein Wechselkursrisiko entsteht, wenn ein Importeur eine Rechnung in einer Fremdwährung bezahlen muss und sich der Wechselkurs zwischen Vertragsabschluss und Zahlung verändert. Wird die Rechnungswährung gegenüber der eigenen Währung teurer, steigt der Betrag, den das Unternehmen zur Begleichung derselben Rechnung benötigt. Dadurch können die tatsächlichen Einstandskosten steigen und die geplante Gewinnspanne sinken.
Rechnungswährung und Zahlungsfristen vereinbaren
Vereinbaren Sie im Kaufvertrag eindeutig die Rechnungswährung, den Betrag, die Anzahlung, die Restzahlung und die Fälligkeitstermine. Prüfen Sie, ob der Lieferant Preise in Ihrer eigenen Währung oder in einer gemeinsam akzeptierten Währung anbieten kann. Berücksichtigen Sie dabei, dass der Lieferant einen Währungsaufschlag einpreisen oder einen anderen Wechselkurs verwenden könnte. Vergleichen Sie Angebote deshalb auf einer einheitlichen Kostenbasis.
Devisentermingeschäfte einsetzen
Mit einem Devisentermingeschäft vereinbart das Unternehmen heute mit einem Finanzinstitut einen Wechselkurs für einen festgelegten Betrag zu einem späteren Termin. Dadurch lässt sich der eigene Währungsbetrag für eine bekannte Importzahlung planbarer machen. Ein Termingeschäft kann jedoch verbindliche Pflichten schaffen, selbst wenn sich der Auftrag oder Liefertermin später ändert. Konditionen, Sicherheiten, Gebühren und verfügbare Laufzeiten sollten deshalb vor Abschluss mit der Bank geklärt werden.
Währungsoptionen und natürliche Absicherung
Eine Währungsoption kann das Recht einräumen, einen bestimmten Betrag zu einem vereinbarten Kurs zu tauschen, ohne dass der Käufer der Option grundsätzlich zum Tausch verpflichtet ist. Dafür fällt meist eine Optionsprämie an. Unternehmen können außerdem Fremdwährungseinnahmen und -ausgaben derselben Währung gegeneinander aufrechnen, sofern Betrag und Zeitpunkt ausreichend zusammenpassen. Diese sogenannte natürliche Absicherung kann den tatsächlich zu tauschenden Betrag verringern.
Wechselkursrisiken in die Importkalkulation einbeziehen
Erfassen Sie alle zukünftigen Fremdwährungszahlungen und berechnen Sie, wie sich unterschiedliche Wechselkurse auf die Einstandskosten auswirken würden. Legen Sie fest, welcher Teil der bekannten Zahlungsbeträge abgesichert werden soll und wer entsprechende Geschäfte genehmigen darf. Prüfen Sie auch mögliche Auswirkungen verspäteter Lieferungen oder geänderter Rechnungsbeträge. Für eine geeignete Absicherungsstrategie sollten Sie Ihre Bank oder einen qualifizierten Devisenberater einbeziehen. Weitere Informationen bietet https://www.trade.gov/foreign-exchange-risk.