Internationale Zahlungen & Handelsfinanzierung

Wie funktioniert ein Dokumentenakkreditiv (Letter of Credit)?

Aktualisiert: 2026-10-14

Kurze Antwort

Ein Dokumentenakkreditiv (Letter of Credit, LC) ist eine Verpflichtung einer Bank, unter festgelegten Bedingungen an den Verkäufer zu zahlen. Der Käufer beantragt das Akkreditiv bei seiner Bank, der Verkäufer versendet die Ware und reicht die vorgeschriebenen Dokumente ein. Die Bank prüft die Dokumente auf Übereinstimmung mit den Akkreditivbedingungen. Die Zahlung hängt von der Dokumentenkonformität ab, nicht automatisch von der tatsächlichen Produktqualität.

Was ist ein Dokumentenakkreditiv?

Ein Dokumentenakkreditiv ist ein Zahlungsinstrument im internationalen Handel. Die eröffnende Bank verpflichtet sich gegenüber dem Begünstigten, in der Regel dem Exporteur, unter den im Akkreditiv festgelegten Bedingungen zu zahlen. Voraussetzung ist eine ordnungsgemäße Vorlage der geforderten Dokumente innerhalb der geltenden Fristen. Viele Akkreditive unterliegen den Einheitlichen Richtlinien und Gebräuchen für Dokumentenakkreditive (UCP 600) der Internationalen Handelskammer, sofern dies im Akkreditiv vereinbart wurde.

Die Eröffnung des Akkreditivs

Zunächst vereinbaren Käufer und Verkäufer im Kaufvertrag den Einsatz eines Akkreditivs, den Betrag, die Währung, den Zahlungstermin und die benötigten Dokumente. Danach beantragt der Käufer die Eröffnung bei seiner Bank. Die eröffnende Bank stellt das Akkreditiv aus und lässt es dem Verkäufer in der Regel über eine avisierende Bank mitteilen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine weitere Bank das Akkreditiv bestätigen und damit eine zusätzliche eigene Zahlungsverpflichtung übernehmen.

Versand und Vorlage der Dokumente

Der Verkäufer prüft die Akkreditivbedingungen vor dem Versand und stellt die Ware entsprechend dem Vertrag bereit. Nach dem Versand legt er die geforderten Dokumente vor, beispielsweise Handelsrechnung, Packliste, Transportdokument, Versicherungsnachweis oder Ursprungszeugnis, sofern diese im Akkreditiv verlangt werden. Die Bank prüft die Dokumente anhand der festgelegten Bedingungen und der anwendbaren Regeln. Abweichungen können zu Verzögerungen, zusätzlichen Kosten oder einer Zurückweisung führen.

Sichtzahlung und Zahlungsziel

Bei einem Sichtakkreditiv erfolgt die Zahlung nach Prüfung einer konformen Dokumentenvorlage gemäß den Akkreditivbedingungen. Bei einem Nachsicht- oder Zahlungszielakkreditiv ist die Zahlung zu einem vereinbarten späteren Zeitpunkt fällig. Die genaue Struktur muss im Akkreditiv eindeutig beschrieben sein, einschließlich Fristen für Versand und Dokumentenvorlage.

Vorteile und Grenzen eines Akkreditivs

Ein Akkreditiv kann dem Verkäufer eine bankgestützte Zahlungssicherheit bieten und dem Käufer festgelegte Dokumentenanforderungen ermöglichen. Es garantiert jedoch nicht automatisch die tatsächliche Qualität der Ware, weil Banken Dokumente und nicht die Ware selbst prüfen. Außerdem entstehen Bankgebühren, und fehlerhafte oder verspätete Dokumente können Probleme verursachen. Legen Sie deshalb Dokumentenanforderungen, Fristen und Kosten vor Eröffnung mit den beteiligten Banken fest. Weitere Informationen: https://www.trade.gov/letter-credit und https://academy.iccwbo.org/international-trade/article/documentary-credits-rules-guidelines-terminology/.

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