Was bedeutet CIF im Seefrachtgeschäft?
Aktualisiert: 2026-10-20
Kurze Antwort
CIF steht für „Cost, Insurance and Freight“ (Kosten, Versicherung und Fracht). Der Verkäufer organisiert und bezahlt die Seefracht bis zum vereinbarten Bestimmungshafen und schließt die vorgeschriebene Mindestversicherung ab. Das Transportrisiko geht trotzdem bereits über, wenn die Ware im Verschiffungshafen an Bord des Schiffes geladen ist. CIF ist nur für den See- und Binnenschiffstransport vorgesehen.
Was bedeutet CIF?
CIF steht für „Cost, Insurance and Freight“ und ist eine Klausel der Incoterms® 2020 für den See- und Binnenschiffstransport. Der Verkäufer muss die Ware an Bord des Schiffes liefern, die erforderliche Exportabfertigung erledigen sowie den Transport und die vorgeschriebene Versicherung bis zum benannten Bestimmungshafen organisieren und bezahlen.
Wann geht das Risiko auf den Käufer über?
Obwohl der Verkäufer die Fracht und Versicherung bis zum Bestimmungshafen bezahlt, geht das Risiko für Verlust oder Beschädigung grundsätzlich bereits im Verschiffungshafen über, sobald die Ware an Bord des Schiffes geliefert wurde. Deshalb bedeutet CIF nicht, dass der Verkäufer das Risiko bis zur Ankunft im Zielhafen trägt. Käufer sollten diese Unterscheidung zwischen Kosten und Risiko bei der Vertragsgestaltung beachten.
Welche Versicherung ist bei CIF vorgesehen?
Unter CIF Incoterms® 2020 muss der Verkäufer die vorgeschriebene Mindestversicherung zugunsten des Käufers beschaffen. Diese orientiert sich grundsätzlich an den Institute Cargo Clauses (C) oder einer vergleichbaren Deckung, sofern die Parteien nichts anderes vereinbaren. Dieser Schutz ist begrenzt und schließt bestimmte Risiken aus. Wenn die Ware besonders wertvoll oder empfindlich ist, sollte der Käufer prüfen, ob eine weitergehende Deckung erforderlich ist.
Welche Kosten trägt der Käufer?
Der Verkäufer bezahlt die vertraglich vorgeschriebene Seefracht und Versicherung bis zum benannten Bestimmungshafen. Der Käufer ist in der Regel für die Einfuhrabfertigung, anfallende Einfuhrzölle und Steuern sowie weitere Kosten verantwortlich, soweit diese nicht bereits in der Vereinbarung enthalten sind. Terminalgebühren, Entladung und Nachlaufkosten sollten anhand der Transportvereinbarung und des konkreten Angebots geprüft werden, damit keine unerwarteten Zusatzkosten entstehen.
Wann ist CIF geeignet?
CIF kann für Seetransporte geeignet sein, wenn der Verkäufer die Hauptfracht und Mindestversicherung organisieren soll. Für Luftfracht oder multimodale Transporte ist CIF nicht die richtige Klausel. Bei Containerware, die vor dem Verladen an Bord einem Frachtführer übergeben wird, sollte geprüft werden, ob FCA, CPT oder CIP den tatsächlichen Übergabepunkt besser abbildet. Die offiziellen Regeln und Erläuterungen stehen unter https://iccwbo.org/business-solutions/incoterms-rules/incoterms-2020/.