Was ist der Unterschied zwischen DAP und DDP?
Aktualisiert: 2026-10-15
Kurze Antwort
Bei DAP („Delivered at Place“) organisiert der Verkäufer den Transport bis zum vereinbarten Bestimmungsort; der Käufer übernimmt normalerweise die Einfuhrabfertigung sowie die Einfuhrzölle und Steuern. Bei DDP („Delivered Duty Paid“) übernimmt der Verkäufer auch die Einfuhrabfertigung und die entsprechenden Einfuhrabgaben. Bei beiden Klauseln wird die Ware grundsätzlich auf dem ankommenden Transportmittel entladebereit bereitgestellt.
Was bedeutet DAP?
DAP steht für „Delivered at Place“. Der Verkäufer organisiert die Beförderung und trägt die Kosten und Risiken bis zum vereinbarten Bestimmungsort. Die Lieferung ist erfolgt, wenn die Ware auf dem ankommenden Transportmittel zur Verfügung des Käufers steht und zum Entladen bereit ist. Der Käufer übernimmt normalerweise die Einfuhrabfertigung sowie die anfallenden Einfuhrzölle und Steuern. Das Entladen liegt grundsätzlich ebenfalls beim Käufer.
Was bedeutet DDP?
DDP steht für „Delivered Duty Paid“. Wie bei DAP organisiert der Verkäufer den Transport bis zum benannten Bestimmungsort. Zusätzlich übernimmt er die erforderliche Einfuhrabfertigung und zahlt die Einfuhrzölle und Steuern, die nach der Klausel und den anwendbaren Vorschriften anfallen. Die Ware wird ebenfalls entladebereit auf dem ankommenden Transportmittel bereitgestellt; das Entladen ist nicht automatisch Aufgabe des Verkäufers.
Die wichtigsten Unterschiede zwischen DAP und DDP
Der Hauptunterschied betrifft die Einfuhrformalitäten und Einfuhrabgaben. Bei DAP übernimmt der Käufer diese normalerweise selbst. Bei DDP ist der Verkäufer dafür verantwortlich. Beide Regeln sehen vor, dass der Verkäufer das Risiko bis zum vereinbarten Bestimmungsort trägt. Welche Klausel wirtschaftlich günstiger ist, hängt von der Fähigkeit der Parteien ab, die Zollabfertigung durchzuführen und die damit verbundenen Kosten zuverlässig zu kalkulieren.
Wann sollten Sie DAP oder DDP wählen?
DAP kann passen, wenn der Käufer im Bestimmungsland als Importeur auftreten und die Zollabfertigung selbst organisieren möchte. DDP kann für Käufer attraktiv sein, die einen weitgehend umfassenden Lieferpreis bevorzugen. Vor der Vereinbarung von DDP muss der Verkäufer sicherstellen, dass er die Einfuhrabfertigung im Bestimmungsland rechtlich und praktisch übernehmen kann und mögliche Steuer- oder Registrierungspflichten kennt.
Bestimmungsort eindeutig festlegen
Geben Sie den Bestimmungsort möglichst präzise an und nennen Sie die Version der Regeln, beispielsweise „DAP Lager des Käufers, Berlin, Incoterms® 2020“. Legen Sie auch fest, welche Zusatzleistungen, Entladevorgänge oder Gebühren außerhalb der Klausel vereinbart werden. Die offiziellen Regeln finden Sie unter https://iccwbo.org/business-solutions/incoterms-rules/incoterms-2020/.