Was bedeutet DDP und welche Pflichten übernimmt der Verkäufer?
Aktualisiert: 2026-10-14
Kurze Antwort
DDP steht für „Delivered Duty Paid“ (geliefert verzollt). Der Verkäufer organisiert den Transport bis zum vereinbarten Bestimmungsort, übernimmt die Export- und Importabfertigung und trägt die anfallenden Einfuhrzölle und Steuern, soweit sie unter die vereinbarten und anwendbaren Regeln fallen. Die Ware wird auf dem ankommenden Transportmittel entladebereit bereitgestellt; das Entladen übernimmt grundsätzlich der Käufer.
Was bedeutet DDP?
DDP bedeutet „Delivered Duty Paid“ und ist eine der Incoterms® 2020-Klauseln für alle Transportarten. Der Verkäufer übernimmt weitreichende Pflichten: Er organisiert den Transport bis zum vereinbarten Bestimmungsort, erledigt die erforderliche Export- und Importabfertigung und trägt die nach der Regel anfallenden Einfuhrzölle und Steuern. Der genaue Bestimmungsort sollte im Vertrag eindeutig festgelegt werden.
Welche Aufgaben übernimmt der Verkäufer?
Der Verkäufer sorgt für die Beförderung der Waren bis zum benannten Bestimmungsort und trägt die damit verbundenen Kosten und Risiken bis zur vereinbarten Lieferung. Zu seinen Aufgaben zählen die erforderliche Ausfuhr- und Einfuhrabfertigung sowie die Zahlung der unter DDP fallenden Einfuhrzölle und Steuern. Er muss sicherstellen, dass die vereinbarten Dokumente und erforderlichen Informationen für die Abfertigung bereitgestellt werden.
Welche Pflichten hat der Käufer?
Der Käufer nimmt die Ware am vereinbarten Ort entgegen, wenn sie auf dem ankommenden Transportmittel entladebereit zur Verfügung steht. Das Entladen liegt grundsätzlich beim Käufer, sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht. Er sollte dem Verkäufer alle notwendigen Informationen zur Anlieferung rechtzeitig mitteilen und prüfen, ob besondere lokale Anforderungen die Abwicklung beeinflussen.
Welche Risiken und Einschränkungen gibt es bei DDP?
DDP kann für den Verkäufer kompliziert sein, wenn er im Bestimmungsland nicht als Importeur auftreten darf, keine erforderliche Steuerregistrierung besitzt oder die lokalen Zollformalitäten nicht selbst erfüllen kann. Vor Vertragsabschluss muss deshalb geklärt werden, ob der Verkäufer rechtlich und praktisch zur Einfuhrabfertigung in der Lage ist. Ein falsch kalkulierter DDP-Preis kann außerdem zu Verlusten führen, wenn Zölle, Steuern, Abfertigungsgebühren oder Lieferkosten unterschätzt wurden.
Wann ist DDP sinnvoll?
DDP kann für Käufer attraktiv sein, die einen weitgehend umfassenden Lieferpreis bevorzugen. Verkäufer sollten vor dem Angebot die Importvorschriften, Steuerpflichten, Zollkosten und Zustellkosten im Zielland prüfen. Wenn der Käufer die Einfuhrabfertigung und die Einfuhrabgaben übernehmen soll, kann DAP besser passen. Die offizielle Beschreibung von DDP ist in den ICC Incoterms® 2020 verfügbar: https://iccwbo.org/business-solutions/incoterms-rules/incoterms-2020/.