Incoterms, Transport & Logistik

Was ist der Unterschied zwischen EXW und FCA?

Aktualisiert: 2026-10-14

Kurze Antwort

Bei EXW („Ex Works“) stellt der Verkäufer die Ware am vereinbarten Ort bereit; grundsätzlich muss er sie weder auf das Abholfahrzeug laden noch die Exportabfertigung übernehmen. Bei FCA („Free Carrier“) erledigt der Verkäufer die Exportabfertigung und übergibt die Ware dem vom Käufer benannten Frachtführer am vereinbarten Ort. FCA weist dem Verkäufer damit zusätzliche Pflichten zu und ist für viele internationale Lieferungen praktischer.

Was bedeutet EXW?

EXW steht für „Ex Works“. Der Verkäufer erfüllt seine Lieferpflicht, indem er die Ware am vereinbarten Ort, beispielsweise in seiner Fabrik oder seinem Lager, dem Käufer zur Verfügung stellt. Er ist grundsätzlich nicht verpflichtet, die Ware auf das Abholfahrzeug zu laden oder die Exportabfertigung vorzunehmen. Der Käufer organisiert und bezahlt die Abholung und den anschließenden Transport und übernimmt das Risiko ab dem vereinbarten Lieferpunkt.

Was bedeutet FCA?

FCA steht für „Free Carrier“. Der Verkäufer liefert die Ware an den vom Käufer benannten Frachtführer oder eine andere vereinbarte Person am genau festgelegten Ort. Außerdem erledigt er die erforderliche Exportabfertigung. Erfolgt die Lieferung auf dem Gelände des Verkäufers, muss dieser die Ware auf das Abholfahrzeug laden. Erfolgt sie an einem anderen vereinbarten Ort, stellt der Verkäufer die Ware dort auf seinem Transportmittel entladebereit zur Verfügung.

Die wichtigsten Unterschiede bei Kosten und Risiken

Unter EXW trägt der Käufer mehr Verantwortung für die Abholung und die Exportabfertigung. Unter FCA übernimmt der Verkäufer die Exportformalitäten und liefert die Ware an den vereinbarten Übergabepunkt. Bei beiden Klauseln geht das Risiko nach den jeweiligen Regeln am vereinbarten Lieferpunkt auf den Käufer über. Die Hauptbeförderung organisiert und bezahlt der Käufer normalerweise selbst, sofern die Parteien nichts anderes vereinbaren.

Welche Klausel ist für den internationalen Handel besser geeignet?

EXW kann für Geschäfte geeignet sein, bei denen der Käufer die Abholung und Exportformalitäten im Land des Verkäufers rechtmäßig und praktisch organisieren kann. Bei grenzüberschreitenden Lieferungen kann FCA zweckmäßiger sein, weil der Verkäufer die Ausfuhrabfertigung übernimmt. Besonders bei Containertransporten sollte der tatsächliche Übergabepunkt sorgfältig bestimmt werden. Vereinbaren Sie den Ort und gegebenenfalls den genauen Punkt sowie die Regelversion ausdrücklich im Vertrag.

Beispiel für die Vertragsformulierung

Eine eindeutige Formulierung könnte beispielsweise „FCA Werk des Verkäufers, Bursa, Incoterms® 2020“ lauten. Klären Sie zusätzlich Ladebedingungen, Zeitfenster für die Abholung, erforderliche Exportdokumente und die Kommunikation mit dem Frachtführer. Die offiziellen Erläuterungen finden Sie unter https://iccwbo.org/business-solutions/incoterms-rules/incoterms-2020/.

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