Welche RoHS-Anforderungen gelten für Elektro- und Elektronikprodukte?
Aktualisiert: 2026-10-16
Kurze Antwort
Die RoHS-Richtlinie beschränkt bestimmte gefährliche Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten, soweit die Produkte in ihren Anwendungsbereich fallen und keine einschlägige Ausnahme gilt. Sie begrenzt unter anderem Blei, Quecksilber, Cadmium, sechswertiges Chrom sowie bestimmte bromierte Flammschutzmittel und Phthalate. Hersteller und Importeure müssen die geltenden Grenzwerte und Nachweispflichten berücksichtigen.
Was ist die RoHS-Richtlinie?
RoHS steht für Restriction of Hazardous Substances und bezeichnet EU-Vorschriften zur Beschränkung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten. Die Regelungen sollen Risiken für Gesundheit und Umwelt verringern und die Verwertung von Elektroaltgeräten erleichtern. Ob ein Produkt erfasst wird, hängt von seiner Produktkategorie, seinem Aufbau und möglichen gesetzlichen Ausnahmen ab.
Welche Stoffe werden beschränkt?
Die RoHS-Richtlinie beschränkt derzeit zehn Stoffe: Blei, Cadmium, Quecksilber, sechswertiges Chrom, polybromierte Biphenyle (PBB), polybromierte Diphenylether (PBDE) sowie die Phthalate DEHP, BBP, DBP und DIBP. Die konkreten Grenzwerte gelten grundsätzlich für homogene Werkstoffe und können je nach Stoff und gesetzlicher Ausnahme unterschiedlich sein. Eine allgemeine Aussage wie „RoHS-konform“ sollte deshalb durch geeignete Produkt- und Materialinformationen gestützt werden.
Welche Produkte und Ausnahmen sind zu beachten?
Die Vorschriften betreffen viele Elektro- und Elektronikgeräte, darunter häufig Haushaltsgeräte, IT- und Telekommunikationsgeräte, Beleuchtung, elektrische Werkzeuge und elektronische Komponenten in fertigen Geräten. Es gibt jedoch gesetzlich festgelegte Ausschlüsse und Ausnahmen, die sich auf bestimmte Produktkategorien oder konkrete Anwendungen beziehen können. Prüfen Sie die aktuelle Fassung der Richtlinie und die geltenden Ausnahmen anhand Ihres genauen Produkts, statt pauschal von einer identischen Verpflichtung für jedes Gerät auszugehen.
Welche Nachweise sollte der Importeur anfordern?
Fordern Sie eine produktbezogene RoHS-Konformitätserklärung, Materialinformationen, geeignete Prüfberichte und gegebenenfalls Informationen zu Ausnahmen an. Bei komplexen Produkten sollten auch relevante Bauteile und kritische Materialien berücksichtigt werden. Kontrollieren Sie, ob die Nachweise das genaue Modell und die tatsächlich gelieferte Produktvariante betreffen. Bei unklarer Materialzusammensetzung oder hohem Risiko kann eine unabhängige Laboranalyse sinnvoll sein.
Zusammenspiel mit der CE-Kennzeichnung
RoHS-Konformität ist bei Produkten im Anwendungsbereich Teil der zu erfüllenden EU-Anforderungen. Für die entsprechenden Elektro- und Elektronikgeräte muss sie in der Konformitätsbewertung berücksichtigt und durch geeignete Unterlagen gestützt werden. Die erforderlichen Nachweise sind zusammen mit den übrigen einschlägigen Konformitätsunterlagen bereitzuhalten. Die Europäische Kommission veröffentlicht weitere Informationen unter https://environment.ec.europa.eu/topics/waste-and-recycling/rohs-directive_en.